Pferdefutter für Pferde mit PPID: zucker- und stärkearm füttern
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Bedarfsgerechte Fütterung bei PPID
PPID, häufig auch als Equines Cushing-Syndrom bezeichnet, tritt vor allem bei älteren Pferden auf. Die Erkrankung geht mit hormonellen Veränderungen einher und kann sich unter anderem durch Auffälligkeiten beim Fellwechsel, Veränderungen der Muskulatur oder eine ungewöhnliche Fettverteilung bemerkbar machen.
Die Diagnose und Behandlung von PPID gehören grundsätzlich in tierärztliche Hände. Die Fütterung ersetzt weder eine Untersuchung noch eine verordnete Therapie. Sie kann jedoch an den individuellen Ernährungsbedarf des Pferdes angepasst werden.
Bei der Auswahl des Pferdefutters stehen insbesondere die Gesamtmenge an Zucker und Stärke, eine ausreichende Versorgung mit Rohfaser sowie eine zum Ernährungszustand passende Energie- und Proteinmenge im Mittelpunkt. Im Pferdefuttershop findest du ausgewählte Futtermittel für Pferde, deren Ration zucker- und stärkearm gestaltet werden soll.
PPID erkennen und die Ration überprüfen
Mögliche Auffälligkeiten bei Pferden mit PPID sind vielfältig. Dazu können ein verzögerter oder unvollständiger Fellwechsel, langes oder lockiges Fell, Veränderungen der Oberlinie, eine veränderte Fettverteilung sowie vermehrtes Trinken und Urinieren gehören.
Da solche Beobachtungen unterschiedliche Ursachen haben können, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Auch die regelmäßige Kontrolle von Körpergewicht, Body Condition Score, Muskulatur, Hufen und Futteraufnahme liefert wertvolle Informationen für die weitere Rationsplanung.
Für die Fütterung empfiehlt sich eine individuelle Bestandsaufnahme:
- Wie hoch ist das aktuelle Körpergewicht?
- Ist das Pferd zu dünn, normalgewichtig oder übergewichtig?
- Wie viel Heu und Ergänzungsfutter erhält es täglich?
- Sind die Zucker- und Stärkegehalte der Ration bekannt?
- Bestehen zusätzlich Zahnprobleme oder Schwierigkeiten beim Kauen?
- Wie hoch sind Arbeitsleistung, Bewegung und Weidezugang?
Auf dieser Grundlage lässt sich die tägliche Futterration bedarfsgerechter zusammenstellen.
Zuckerarmes Raufutter als Fütterungsbasis
Raufutter bildet auch bei Pferden mit PPID die Grundlage der täglichen Ration. Entscheidend sind eine hygienisch einwandfreie Qualität, eine geeignete Struktur und eine zum Pferd passende Nährstoffzusammensetzung.
Da sich der Zucker- und Energiegehalt von Heu je nach Pflanzenbestand, Erntezeitpunkt, Wetter, Standort und Lagerung deutlich unterscheiden kann, bietet eine Heuanalyse die verlässlichste Grundlage für die Rationsberechnung. Die Futtermenge sollte nicht pauschal festgelegt, sondern anhand des Körpergewichts, des Ernährungszustands und der gesamten Ration bestimmt werden.
Bei Pferden mit eingeschränktem Kauvermögen können eingeweichte Heucobs, Wiesencobs oder andere rohfaserreiche Raufutteralternativen eingesetzt werden. Dabei sind die Herstellerangaben zur Einweichzeit und Zubereitung zu beachten.
Das Wässern von Heu kann dessen Gehalt an wasserlöslichen Bestandteilen verändern. Gleichzeitig können Nährstoffe ausgewaschen werden und bei warmer Witterung hygienische Risiken entstehen. Ob und wie lange Heu gewässert werden sollte, ist deshalb individuell mit einer qualifizierten Fütterungsberatung oder der Tierarztpraxis abzustimmen.
Zucker- und stärkearmes Pferdefutter auswählen
Getreidereiche Müslis und große Kraftfutterportionen liefern häufig vergleichsweise hohe Mengen an Stärke. Soll die Ration eines Pferdes zucker- und stärkearm gestaltet werden, lohnt sich daher ein genauer Blick auf die Deklaration und die analytischen Bestandteile.
Je nach Energiebedarf kommen beispielsweise rohfaserreiche Pellets, getreidefreie Strukturmischungen, unmelassierte Rübenschnitzel oder geeignete Faserprodukte infrage. Nicht allein die Bezeichnung „getreidefrei“ entscheidet über die Eignung. Maßgeblich sind die tatsächliche Zusammensetzung, die empfohlenen Futtermengen und die Zucker- und Stärkegehalte des gesamten Tagesfutters.
Ein passendes Pferdefutter zeichnet sich je nach individuellem Bedarf durch folgende Eigenschaften aus:
- niedrige Zucker- und Stärkegehalte,
- einen hohen Anteil strukturreicher Faserkomponenten,
- eine nachvollziehbare Deklaration,
- eine dem Energiebedarf angepasste Rezeptur,
- kleine, sinnvoll über den Tag verteilte Portionen,
- möglichst geringe Mengen zugesetzter Melasse.
Futterumstellungen sollten schrittweise erfolgen, damit sich das Pferd an neue Komponenten und Futterstrukturen gewöhnen kann.
Energie und Protein passend bereitstellen
Einige ältere Pferde verlieren trotz ausreichender Futteraufnahme an Gewicht oder zeigen Veränderungen der Muskulatur. Andere Pferde mit PPID neigen dagegen zu Übergewicht. Deshalb sollte die Energieversorgung immer am tatsächlichen Ernährungszustand ausgerichtet werden.
Bei einem erhöhten Energiebedarf können geeignete Faserquellen oder andere zur Ration passende energieliefernde Komponenten verwendet werden. Sehr große Mengen stärkereicher Getreideprodukte sind dafür nicht zwingend erforderlich.
Auch die Proteinversorgung sollte bedarfsgerecht geplant werden. Luzerne, Esparsette und weitere eiweißhaltige Futtermittel können die Ration ergänzen, sofern ihre Nährstoffgehalte zum Pferd und zur übrigen Fütterung passen. Bei der Beurteilung sind nicht nur der Rohproteingehalt, sondern auch die eingesetzten Proteinquellen und die gesamte Tagesmenge zu berücksichtigen.
Eine pauschale Gabe einzelner Aminosäuren ist nicht für jedes Pferd notwendig. Vor dem Einsatz entsprechender Ergänzungsfuttermittel sollte geprüft werden, ob die vorhandene Ration tatsächlich eine Versorgungslücke aufweist.
Mineralfutter sinnvoll in die Ration integrieren
Heu und Weidegras decken den Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen nicht unter allen Bedingungen vollständig ab. Ein geeignetes Mineralfutter kann deshalb Bestandteil einer ausgewogenen Gesamtration sein.
Die Auswahl sollte sich an der Raufuttermenge, der Heuanalyse, weiteren eingesetzten Futtermitteln und den individuellen Anforderungen des Pferdes orientieren. Besonders wichtig ist, die tägliche Dosierung zu berücksichtigen: Ein Produkt kann nur dann entsprechend seiner Deklaration eingesetzt werden, wenn die empfohlene Fütterungsmenge zur Gesamtration passt.
Für zucker- und stärkearme Futterpläne bieten sich häufig Mineralfutter ohne Getreide oder mit nur geringen Mengen zuckerhaltiger Trägerstoffe an. Begriffe wie „Stoffwechsel-Mineralfutter“ ersetzen jedoch keine Prüfung der Zusammensetzung.
Auch bei Vitaminen, Spurenelementen und weiteren Ergänzungsstoffen gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Mehrere Produkte mit ähnlichen Inhaltsstoffen sollten nicht unkontrolliert miteinander kombiniert werden, da sich einzelne Nährstoffmengen addieren können.
Mash und eingeweichte Faserprodukte richtig einsetzen
Mash kann den Speiseplan ergänzen und wird von vielen Pferden gern aufgenommen. Für Pferde, deren Ration zucker- und stärkearm gestaltet werden soll, eignen sich vor allem getreidearme oder getreidefreie Rezepturen mit hohem Faseranteil.
Bei der Produktauswahl sollten Zusammensetzung, Zucker- und Stärkegehalt sowie die empfohlene Fütterungsmenge geprüft werden. Traditionelles Mash kann größere Mengen an Weizenkleie, Getreide oder Melasse enthalten und passt deshalb nicht automatisch in jeden Futterplan.
Eingeweichte Futtermittel können besonders bei älteren Pferden mit eingeschränkter Kaufunktion eine praktische Möglichkeit sein, zusätzliche Faserkomponenten anzubieten. Sie erhöhen außerdem den Wasseranteil der jeweiligen Mahlzeit. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass sie bestimmte Verdauungsprobleme behandeln oder verhindern.
Mash, Heucobs und andere einzuweichende Produkte müssen frisch zubereitet und innerhalb der empfohlenen Zeit verfüttert werden. Futterreste sollten insbesondere bei warmer Witterung zeitnah entfernt werden.
Pferdefutter für stoffwechselempfindliche Pferde kaufen
Im Pferdefuttershop findest du eine vielseitige Auswahl für zucker- und stärkearme Pferderationen. Das Sortiment reicht von Raufutteralternativen und eingeweichten Faserprodukten über getreidefreie Strukturmischungen bis zu Mineral- und Ergänzungsfuttermitteln.
Bei der Auswahl kannst du unter anderem auf folgende Produktmerkmale achten:
- deklarierte Zucker- und Stärkegehalte,
- getreidefreie oder getreidearme Rezepturen,
- melassefreie beziehungsweise melassearme Zusammensetzungen,
- einen hohen Rohfaseranteil,
- eine zum Pferd passende Energiedichte,
- verständliche Fütterungs- und Dosierungsempfehlungen.
Welches Produkt geeignet ist, hängt vom Gesundheitsstatus, Körpergewicht, Ernährungszustand, Raufutter und Energiebedarf des einzelnen Pferdes ab. Bei diagnostizierter PPID, auffälligem Gewichtsverlust, Veränderungen der Futteraufnahme oder weiteren gesundheitlichen Auffälligkeiten sollte die Ration gemeinsam mit der behandelnden Tierarztpraxis und einer fachkundigen Fütterungsberatung geplant werden.