Pferdefütterung im Winter
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Winterfütterung bei Pferden – bedarfsgerecht durch die kalte Jahreszeit
Wenn die Temperaturen sinken, die Weidezeit kürzer wird und Pferde wieder mehr Zeit im Stall, auf dem Paddock oder im Offenstall verbringen, verändert sich häufig auch das Fütterungsmanagement. Für viele Pferdehalter stellt sich deshalb im Herbst und Winter die Frage: Wie füttere ich mein Pferd im Winter bedarfsgerecht?
Eine sinnvolle Winterfütterung beginnt nicht bei einzelnen Zusatzfuttermitteln, sondern bei der gesamten Ration. Raufutterqualität, verfügbare Heumenge, Körpergewicht, Haltungsform, Bewegung, Arbeitsleistung, Alter und individuelle Futterverwertung sollten gemeinsam betrachtet werden. Während im Sommer frisches Weidegras einen Teil der täglichen Futteraufnahme ausmacht, bildet im Winter meist Heu die wichtigste Grundlage.
Auch die äußeren Bedingungen spielen eine Rolle. Ein robust gehaltenes Pferd kann andere Anforderungen an die Ration haben als ein geschorenes Sportpferd, ein leichtfuttriges Freizeitpferd oder ein älteres Pferd im Offenstall. Deshalb sollte die Winterration regelmäßig an die tatsächliche Situation angepasst werden.
Raufutter als Basis der Winterfütterung
Raufutter bildet die Grundlage einer pferdegerechten Fütterung und gewinnt im Winter besonders an Bedeutung. Wenn frisches Gras kaum oder gar nicht mehr zur Verfügung steht, übernimmt Heu einen wesentlichen Anteil der täglichen Ration.
Neben der angebotenen Menge spielt vor allem die hygienische Qualität eine wichtige Rolle. Gutes Heu sollte trocken, sauber und frei von sichtbarem Schimmel, starken Verunreinigungen oder auffälligem Fremdgeruch sein. Auch Pflanzenbestand, Schnittzeitpunkt, Lagerung und Nährstoffgehalt beeinflussen die Eigenschaften des Grundfutters.
Als Orientierung wird häufig mit mindestens etwa 1,5 Kilogramm Raufutter-Trockensubstanz je 100 Kilogramm Körpergewicht und Tag gerechnet. Die tatsächlich benötigte Menge kann jedoch je nach Pferd, Haltung, Weidegang und Gesamtration davon abweichen.
Auch die Verteilung über den Tag sollte berücksichtigt werden. Mehrere Raufuttergaben, geeignete Heuraufen oder fachgerecht eingesetzte Heunetze können dabei helfen, die Futteraufnahme über einen längeren Zeitraum zu verteilen.
Wer die Winterration genauer planen möchte, sollte die Heumenge regelmäßig wiegen. Eine Heuanalyse kann zusätzlich Informationen zu Energie, Protein, Zucker und Mineralstoffen liefern.
Heucobs, Wiesencobs und faserreiche Ergänzungen
Heucobs und Wiesencobs sind praktische Raufutterkomponenten für unterschiedliche Fütterungssituationen. Sie bestehen in der Regel aus getrocknetem und zerkleinertem Wiesengras, das anschließend zu Cobs gepresst wird.
Je nach Produkt unterscheiden sich Zusammensetzung, Struktur, Energiegehalt, Protein- und Zuckergehalt. Deshalb sollten Deklaration und analytische Bestandteile vor der Auswahl genau verglichen werden.
Heucobs können beispielsweise eingesetzt werden, wenn ein Pferd grobstängeliges Heu nur unzureichend aufnimmt oder wenn die Ration gezielt um eine eingeweichte Faserkomponente ergänzt werden soll. Auch bei älteren Pferden mit eingeschränktem Kauvermögen können geeignete Raufutterprodukte eine wichtige Rolle in der Rationsgestaltung spielen.
Viele Cobs müssen vor der Fütterung mit ausreichend Wasser eingeweicht werden. Wassermenge, Quellzeit und Fütterungsmenge richten sich immer nach den Angaben des Herstellers. Das fertige Futter sollte vollständig aufgequollen und frisch angeboten werden.
Auch Rübenschnitzel und andere quellfähige Faserprodukte können Bestandteil einer Winterration sein. Bei solchen Futtermitteln ist ebenfalls auf die jeweilige Zubereitungsempfehlung zu achten.
Energiebedarf, Wasser und Mineralstoffe berücksichtigen
Nicht jedes Pferd benötigt im Winter automatisch mehr Kraftfutter. Der tatsächliche Energiebedarf hängt unter anderem von Körpergewicht, Haltung, Außentemperatur, Bewegung und Arbeitsleistung ab.
Vor einer Erhöhung der Kraftfuttermenge sollte deshalb zunächst geprüft werden, ob ausreichend Raufutter angeboten wird und ob das Pferd diese Menge tatsächlich aufnimmt. Auch Körpergewicht und Körperkondition liefern wichtige Hinweise darauf, ob die Energieversorgung zur aktuellen Situation passt.
Bei höherem Energiebedarf können je nach Rationsgestaltung beispielsweise faserreiche Futtermittel, Rübenschnitzel, Reiskleie, Öl oder spezielle Senioren- und Aufbaufutter eingesetzt werden. Wichtig ist dabei der Blick auf Energiegehalt, Stärke, Zucker, Rohfaser, Fett und Protein.
Auch Wasser gehört im Winter zu den wichtigsten Bestandteilen des Fütterungsmanagements. Pferde müssen jederzeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Bei Frost sollten Tränken, Bottiche und Wasserleitungen regelmäßig kontrolliert und Eis vollständig entfernt werden.
Mash, eingeweichte Heucobs oder Rübenschnitzel bringen zusätzlich Wasser in die Futterration. Sie ersetzen jedoch nicht den freien Zugang zu geeignetem Trinkwasser.
Auch Salz und Mineralstoffe sollten zur Gesamtration passen. Wer Mineralfutter, Elektrolyte oder andere Ergänzungsfuttermittel gleichzeitig verwendet, sollte die Zusammensetzungen vergleichen, damit einzelne Mineralstoffe, Spurenelemente oder Vitamine nicht unbeabsichtigt mehrfach enthalten sind.
Mash, Öle und Kräuter bewusst einordnen
Mash ist im Winter bei vielen Pferdehaltern beliebt. Die Zusammensetzung kann je nach Produkt jedoch deutlich variieren. Klassische Rezepturen enthalten häufig Kleie, Leinsamen, Getreide oder Kräuter, während getreidefreie Varianten oft auf Grasfasern, Rübenschnitzeln oder anderen faserreichen Bestandteilen basieren.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf Energie, Stärke, Zucker, Rohfaser, Protein, Fett sowie enthaltene Mineralstoffe und Zusatzstoffe. Auch Zubereitung, Wassermenge und empfohlene Tagesmenge sollten nach Herstellerangabe erfolgen.
Öle können als konzentrierte Energiequelle Bestandteil einer bedarfsgerecht zusammengestellten Ration sein. Bei der Auswahl sollten Ölquelle, Tagesmenge, Lagerung und Haltbarkeit beachtet werden. Neue oder größere Ölmengen werden schrittweise in die Ration eingebaut.
Kräuter für Pferde werden einzeln oder als Kräutermischungen angeboten. Häufig verwendete Zutaten sind beispielsweise Thymian, Fenchel, Anis, Spitzwegerich, Hagebutte, Brennnessel oder Mariendistel.
Sie können die Ration geschmacklich und ernährungsphysiologisch ergänzen, sind jedoch keine Arzneimittel und sollten nicht zur Diagnose, Behandlung oder Vorbeugung von Erkrankungen eingesetzt werden.
Wer mehrere Kräutermischungen, Müslis und Ergänzungsfuttermittel parallel verwendet, sollte die Zutatenlisten vergleichen, damit einzelne Bestandteile nicht unbeabsichtigt mehrfach gefüttert werden.
Senioren, Sportpferde und leichtfuttrige Pferde individuell füttern
Die passende Winterfütterung hängt stark vom jeweiligen Pferdetyp ab.
Bei älteren Pferden können sich Kauvermögen, Futteraufnahme und Futterverwertung verändern. Wenn langstängeliges Heu nicht mehr ausreichend aufgenommen wird, können eingeweichte Heucobs, Wiesencobs oder andere geeignete Raufutterprodukte einen Teil der Ration übernehmen. Auch Mash, Rübenschnitzel, Öl oder spezielle Seniorenfutter kommen je nach Bedarf infrage.
Sport- und Turnierpferde haben wiederum einen anderen Bedarf als Pferde mit geringer Arbeitsleistung. Hier sollte die Ration an das tatsächliche Training angepasst werden. Raufuttermenge, Energiegehalt, Kraftfutter, Fett, Protein, Mineralstoffe und Salzversorgung sollten zusammen betrachtet werden.
Leichtfuttrige Pferde benötigen dagegen auch im Winter nicht automatisch energiereiches Kraftfutter. Bei ihnen kann es sinnvoll sein, den Fokus besonders auf geeignetes Raufutter, kontrollierte Futtermengen und eine passende Mineralstoffversorgung zu legen.
Unabhängig vom Pferdetyp sollten Körpergewicht und Körperkondition regelmäßig kontrolliert werden. Ein Gewichtsmaßband kann dabei helfen, Veränderungen über einen längeren Zeitraum vergleichbar zu dokumentieren.
Futterhygiene und Futterumstellung im Winter
Kühle Temperaturen schützen Futtermittel nicht automatisch vor Qualitätsverlust. Feuchtigkeit, Kondenswasser, Temperaturschwankungen und ungeeignete Lagerung können die hygienische Qualität von Heu, Kraftfutter und Ergänzungsfuttermitteln beeinträchtigen.
Heu sollte trocken, sauber und gut belüftet gelagert werden. Direkter Kontakt mit feuchten Böden oder Wänden sollte möglichst vermieden werden. Auffälliger Geruch, sichtbarer Schimmel, starke Staubentwicklung oder andere Qualitätsmängel sind Gründe, das Futtermittel nicht zu verwenden.
Müsli, Pellets, Mineralfutter und andere trockene Futtermittel sollten entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden. Geeignete Behälter schützen vor Feuchtigkeit, Verschmutzung und Schädlingen.
Feucht zubereitete Futtermittel wie Mash, eingeweichte Heucobs oder Rübenschnitzel sollten frisch angeboten und Futterreste anschließend entfernt werden. Eimer, Tröge und andere Futtergefäße müssen regelmäßig gereinigt werden.
Neue Futtermittel werden grundsätzlich schrittweise in die Ration aufgenommen. Während einer Futterumstellung können unter anderem Futteraufnahme, Körpergewicht, Kotbeschaffenheit, Trinkverhalten und allgemeines Verhalten beobachtet werden.
Pferdefutter für die Winterfütterung online auswählen
Im Pferdefuttershop findest du eine vielseitige Auswahl an Produkten für eine bedarfsgerechte und bewusst gestaltete Winterfütterung. Das Sortiment reicht von Heucobs und Wiesencobs über strukturreiche Faserprodukte und Rübenschnitzel bis zu Mash, Mineralfutter, Ölen, Kräutermischungen, Seniorenfutter und weiteren Ergänzungsfuttermitteln.
So kannst du Pferdefutter passend zur vorhandenen Ration, zur Haltungsform und zum individuellen Bedarf deines Pferdes auswählen. Ob zusätzliche Raufutterkomponenten, ein Mineralfutter, ein wasserhaltig zubereitetes Mash oder Futter für ältere beziehungsweise stärker beanspruchte Pferde gesucht wird – die Zusammensetzung des jeweiligen Produktes sollte immer zur gesamten Fütterung passen.
Achte bei der Auswahl auf Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Energiegehalt, Stärke, Zucker, Rohfaser, Protein, Zubereitungshinweise und empfohlene Tagesmenge. Werden mehrere Ergänzungsfuttermittel eingesetzt, sollten mögliche Überschneidungen bei einzelnen Zutaten und Nährstoffen berücksichtigt werden.
Neue Futtermittel werden grundsätzlich schrittweise in die Ration aufgenommen. Beobachte während einer Futterumstellung unter anderem Futteraufnahme, Körpergewicht, Kotbeschaffenheit, Trinkverhalten und allgemeines Verhalten. Eine Heuanalyse und eine professionelle Rationsberechnung können zusätzliche Informationen liefern, um Grundfutter, Arbeitsleistung, Haltungsform und ergänzende Futtermittel aufeinander abzustimmen.
Bei deutlichem Gewichtsverlust, Fressunlust, Problemen beim Kauen oder anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden. Ergänzungsfuttermittel sind nicht zur Diagnose, Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen bestimmt.
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