Pferdefütterung im Frühjahr
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Frühlingsfütterung bei Pferden – bedarfsgerecht in die Weidesaison starten
Wenn die Temperaturen steigen, die Tage länger werden und die ersten grünen Halme auf den Weiden wachsen, beginnt für viele Pferdehalter die Vorbereitung auf die neue Weidesaison. Gleichzeitig verändert sich die tägliche Fütterung: Winterrationen mit Heu und ergänzenden Futtermitteln treffen zunehmend auf frisches Weidegras.
Eine bedarfsgerechte Frühlingsfütterung beim Pferd sollte deshalb nicht von heute auf morgen erfolgen. Raufutter, Weidezeit, Energiegehalt der Gesamtration, Körpergewicht, Haltungsform, Arbeitsleistung und individuelle Futterverwertung sollten gemeinsam betrachtet werden. Auch der Fellwechsel fällt bei vielen Pferden in diese Übergangszeit. Damit ändern sich nicht automatisch die Anforderungen jedes Pferdes in gleicher Weise. Statt pauschal zusätzliche Futtermittel einzusetzen, sollte die bestehende Ration überprüft und Schritt für Schritt an die neuen Bedingungen angepasst werden.
Pferdefütterung im Frühjahr langsam umstellen
Der wichtigste Unterschied zwischen Winter- und Frühlingsfütterung ist häufig der zunehmende Anteil von frischem Weidegras. Während im Winter überwiegend Heu oder andere Raufutterprodukte gefüttert werden, kommt im Frühjahr nach und nach frisches Grün hinzu.
Diese Veränderung betrifft nicht nur die Futtermenge, sondern auch die Zusammensetzung der Ration. Junges Gras unterscheidet sich hinsichtlich Wassergehalt, Zucker, Protein und Rohfaser deutlich von konserviertem Raufutter.
Deshalb sollte das Anweiden schrittweise erfolgen. Eine allgemein passende Minuten- oder Wochenzahl für jedes Pferd gibt es nicht. Weidezustand, Graswachstum, Witterung, bisherige Fütterung, Pferdetyp und tägliche Weidezeit müssen gemeinsam berücksichtigt werden
Zu Beginn können kurze Weidezeiten gewählt und anschließend schrittweise verlängert werden. Wie schnell gesteigert wird, sollte an die jeweilige Situation angepasst werden. Heu bleibt während der Übergangsphase ein wichtiger Bestandteil der Ration. Die angebotene Menge sollte zur tatsächlichen Grasaufnahme, zum Körpergewicht und zur gesamten Energieversorgung passen. Neue Futtermittel oder größere Änderungen der Ration werden ebenfalls schrittweise eingeführt. Dabei lohnt es sich, Futteraufnahme, Körpergewicht, Kotbeschaffenheit, Trinkverhalten und allgemeines Verhalten aufmerksam zu beobachten.
Weidegras und Raufutter gemeinsam betrachten
Frisches Gras ist nicht einfach ein direkter Ersatz für dieselbe Menge Heu. Wassergehalt und Nährstoffzusammensetzung unterscheiden sich deutlich, und auch der Pflanzenbestand einer Weide verändert sich im Laufe der Saison.
Im jungen Aufwuchs können Energie-, Protein- und Zuckergehalte anders ausfallen als bei späterem, strukturreicherem Weidegras. Zusätzlich spielen Tageszeit, Temperatur, Witterung, Pflanzenart und Entwicklungsstadium eine Rolle.
Deshalb sollte die Raufutterfütterung nicht abrupt beendet werden, sobald die Pferde wieder auf die Weide kommen. Gerade während der Übergangszeit kann Heu weiterhin einen wichtigen Anteil der Tagesration ausmachen.
Für Pferde mit begrenzter Weidezeit oder bei geringem Grasangebot können auch Heucobs, Wiesencobs und andere faserreiche Raufutterprodukte Bestandteil der Fütterung sein.
Bei Cobs und anderen quellfähigen Futtermitteln sind die jeweiligen Herstellerangaben zu Wassermenge, Quellzeit und Tagesration zu beachten. Eingeweichte Produkte sollten frisch zubereitet und zeitnah angeboten werden.
Auch die Weide selbst gehört zum Fütterungsmanagement. Pflanzenbestand, Aufwuchshöhe, Besatzdichte, Nachweide, Trittschäden und die verfügbare Futtermenge beeinflussen, wie viel Gras ein Pferd tatsächlich aufnehmen kann.
Energie, Kraftfutter und Mineralfutter im Frühjahr anpassen
Mit zunehmender Weidezeit verändert sich häufig die Energieaufnahme des Pferdes. Deshalb sollte die im Winter gefütterte Kraftfuttermenge nicht automatisch unverändert in den Frühling übernommen werden.
Besonders bei Pferden mit geringer Arbeitsleistung oder guter Futterverwertung kann es sinnvoll sein, die gesamte Energiezufuhr regelmäßig zu überprüfen. Dabei sollten nicht nur Müsli oder Getreide betrachtet werden. Auch Öl, Mash, Rübenschnitzel, energiereiche Faserprodukte und andere Ergänzungsfuttermittel tragen zur täglichen Energieaufnahme bei.
Sportpferde oder Pferde mit höherer Arbeitsleistung können dagegen weiterhin eine entsprechend energiereichere Ration benötigen. Entscheidend ist die tatsächliche Nutzung und nicht allein die Jahreszeit.
Auch Mineralfutter sollte zur gesamten Ration passen. Je nach Produkt können beispielsweise Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Biotin und verschiedene Vitamine enthalten sein.
Dabei sollte nicht davon ausgegangen werden, dass jedes Pferd im Frühjahr automatisch dieselben Nährstoffergänzungen benötigt. Grundfutter, Weidegras, bereits gefütterte Mischfuttermittel und weitere Ergänzungen sollten gemeinsam betrachtet werden.
Wer mehrere mineralisierte Futtermittel gleichzeitig verwendet, sollte die Deklarationen vergleichen. So können unnötige Überschneidungen einzelner Mineralstoffe, Spurenelemente oder Vitamine vermieden werden.
Eine Heuanalyse und eine professionelle Rationsberechnung können zusätzliche Informationen für die Auswahl eines passenden Mineralfutters liefern.
Fellwechsel, Mash, Öle und Kräuter bewusst einordnen
Im Frühjahr wechseln viele Pferde vom Winter- zum Sommerfell. Bereits bevor große Mengen loser Haare sichtbar werden, kann der Fellwechsel begonnen haben.
Während dieser Phase lohnt sich ein Blick auf die gesamte Ration. Protein, Aminosäuren, Energie, Mineralstoffe und Spurenelemente sollten entsprechend der Grundfütterung und dem individuellen Bedarf bereitgestellt werden.
Je nach Ration können beispielsweise Leinsamen, Bierhefe, Aminosäuren, Luzerne oder entsprechend zusammengesetzte Mineral- und Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden. Dabei sollte immer berücksichtigt werden, welche Komponenten bereits im Hauptfutter enthalten sind.
Mash wird auch im Frühjahr häufig gefüttert. Die Rezepturen unterscheiden sich deutlich: Manche Produkte enthalten Getreide, Kleie und Leinsamen, andere basieren auf Grasfasern, Rübenschnitzeln oder weiteren faserreichen Rohstoffen.
Vor der Auswahl lohnt sich deshalb ein Vergleich von Energie, Stärke, Zucker, Rohfaser, Protein, Fett sowie Mineralstoffen und Zusatzstoffen.
Auch Pflanzenöle können Bestandteil einer individuell zusammengestellten Ration sein. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Ausgangsrohstoff, Zusammensetzung, Fütterungsmenge und Lagerung.
Kräuter und Kräutermischungen werden ebenfalls häufig als saisonale Ergänzung angeboten. Zutaten wie Brennnessel, Mariendistel, Löwenzahn, Artischocke, Hagebutte oder andere Pflanzen können die Ration geschmacklich und ernährungsphysiologisch ergänzen. Sie sind jedoch keine Arzneimittel und sollten nicht zur Diagnose, Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden.
Frühlingsfütterung an unterschiedliche Pferdetypen anpassen
Nicht jedes Pferd sollte im Frühjahr nach demselben Schema gefüttert oder angeweidet werden. Körpergewicht, Rasse, Haltung, Arbeitsleistung, Alter und individuelle Futterverwertung spielen eine wichtige Rolle.
Bei leichtfuttrigen Pferden und Ponys sollte besonders auf die gesamte Energieaufnahme geachtet werden. Weidezeit, Raufuttermenge und zusätzliche Kraftfuttergaben müssen zusammen betrachtet werden. Je nach Haltung können beispielsweise zeitlich begrenzte Weidegänge oder geeignete Fressbremsen Bestandteil des Weidemanagements sein.
Sportpferde benötigen eine Ration, die zum tatsächlichen Training passt. Mit steigender Arbeitsleistung können Energie, Protein, Salz und weitere Nährstoffe anders bewertet werden als bei einem Freizeitpferd mit geringer Belastung.
Elektrolytprodukte können bei entsprechenden Schweißverlusten und passend zur Nutzung des Pferdes eingesetzt werden. Sie sollten nach Zusammensetzung und Herstellerempfehlung ausgewählt und nicht pauschal als tägliche Ergänzung betrachtet werden.
Bei Seniorenpferden spielen neben der Energiezufuhr auch Futteraufnahme und Kauvermögen eine Rolle. Eingeweichte Heucobs, Wiesencobs, Mash oder geeignete Seniorenfutter können je nach Ration praktische Komponenten sein.
Kann langstängeliges Heu nicht mehr in ausreichender Menge aufgenommen werden, sollte ein größerer Ersatz durch alternative Raufutterprodukte fachlich berechnet werden.
Weidemanagement, Wasser und typische Fehler beim Anweiden
Eine bedarfsgerechte Frühlingsfütterung endet nicht am Futtertrog. Auch das Weidemanagement beeinflusst die tatsächliche Futteraufnahme erheblich.
Ein häufiger Fehler besteht darin, die Weidezeit zu schnell zu verlängern oder gleichzeitig mehrere Bestandteile der Ration zu verändern. Übersichtlicher ist es, Anpassungen schrittweise vorzunehmen und die Entwicklung des Pferdes zu beobachten.
Auch die vorhandene Grasmenge sollte realistisch eingeschätzt werden. Eine große Fläche bedeutet nicht automatisch ein großes Futterangebot. Pflanzenbestand, Aufwuchshöhe und Besatz spielen eine wichtige Rolle.
Weiterhin sollte jederzeit frisches und sauberes Trinkwasser zur Verfügung stehen. Tränken auf der Weide müssen regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden.
Zusätzliche Kraftfuttermengen sollten überprüft werden, wenn die tägliche Grasaufnahme steigt. Dasselbe gilt für Mash, Öl und andere energieliefernde Komponenten.
Auch die Körperkondition sollte während der Weidesaison regelmäßig kontrolliert werden. Ein Gewichtsmaßband kann dabei helfen, Veränderungen über einen längeren Zeitraum vergleichbar zu dokumentieren.
Bei längeren Weidezeiten sollten außerdem Zaunanlage, Unterstand, Schattenmöglichkeiten und die allgemeine Beschaffenheit der Fläche regelmäßig überprüft werden.
Pferdefutter für die Frühlingsfütterung online auswählen
Im Pferdefuttershop findest du eine vielseitige Auswahl an Produkten für eine bedarfsgerechte und bewusst zusammengestellte Frühlingsfütterung. Das Sortiment reicht von Heucobs, Wiesencobs und strukturreichen Raufutterprodukten über Mash, Luzerne und Rübenschnitzel bis zu Mineralfutter, Ölen, Kräutermischungen, Aminosäuren, Elektrolyten, Seniorenfutter und weiteren Ergänzungsfuttermitteln.
So kannst du die Pferderation passend zum Übergang von der Winterfütterung zur Weidesaison zusammenstellen. Ob du weiterhin Raufutter ergänzen, die Kraftfutterration anpassen, ein Mineralfutter auswählen oder die Fütterung eines Senioren-, Freizeit- oder Sportpferdes gestalten möchtest – entscheidend ist immer, dass das gewählte Pferdefutter zum tatsächlichen Bedarf und zur bereits vorhandenen Ration passt.
Achte bei der Produktauswahl auf Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Energiegehalt, Stärke, Zucker, Rohfaser, Protein, Zubereitungshinweise und empfohlene Tagesmenge. Bei mehreren Ergänzungsfuttermitteln sollten mögliche Überschneidungen berücksichtigt werden.
Neue Futtermittel werden grundsätzlich schrittweise in die Ration aufgenommen. Auch während des Anweidens lohnt es sich, Futteraufnahme, Körpergewicht, Kotbeschaffenheit, Trinkverhalten und allgemeines Verhalten regelmäßig zu beobachten. Eine Heuanalyse und professionelle Rationsberechnung können zusätzliche Informationen liefern, um Weidegras, Raufutter, Arbeitsleistung und ergänzende Futtermittel genauer aufeinander abzustimmen.
Bei deutlichen Veränderungen des Allgemeinbefindens, Fressunlust, auffälligem Gangbild oder anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten sollte eine Tierärztin oder ein Tierarzt hinzugezogen werden. Ergänzungsfuttermittel sind nicht zur Diagnose, Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen bestimmt.
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