Pferdefütterung bei Mauke: Bedarfsgerechte Versorgung von Haut und Fell
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Mauke beim Pferd erkennen und richtig einordnen
Als Mauke werden Hautveränderungen bezeichnet, die vor allem im Bereich der Fesselbeuge auftreten. Typische äußerlich erkennbare Anzeichen können gerötete, schuppige, nässende oder verkrustete Hautstellen sein. Je nach Ausprägung können außerdem Schwellungen, Berührungsempfindlichkeit oder Veränderungen im Bewegungsablauf auffallen.
Mauke ist keine einheitliche Erkrankung mit nur einer Ursache. Vielmehr handelt es sich um einen Sammelbegriff für unterschiedliche Hautprobleme im Bereich der unteren Gliedmaßen. Aus diesem Grund lässt sich allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes nicht zuverlässig feststellen, wodurch die Veränderungen entstanden sind.
Für Pferdehalter ist es sinnvoll, die Fesselbeugen regelmäßig zu kontrollieren – besonders bei feuchter Witterung, matschigen Ausläufen, dichtem Behang oder empfindlicher Haut. Werden deutliche, wiederkehrende oder sich ausbreitende Veränderungen festgestellt, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Das gilt insbesondere bei Lahmheit, starken Schwellungen, Fieber, offenen Hautstellen oder einem beeinträchtigten Allgemeinzustand.
Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren
An der Entstehung von Hautveränderungen in der Fesselbeuge können verschiedene äußere und individuelle Faktoren beteiligt sein. Feuchtigkeit, anhaftender Schlamm und dauerhaft nasse Einstreu können die Haut stark beanspruchen. Auch häufiges Waschen ohne sorgfältiges Abtrocknen kann dazu führen, dass die Fesselbeuge über längere Zeit feucht bleibt.
Mechanische Reize sind ebenfalls zu berücksichtigen. Verschmutzte oder schlecht sitzende Gamaschen, scheuernde Bandagen, grobe Bürsten und angetrocknete Schmutzkrusten können die empfindliche Haut zusätzlich belasten. Bei Pferden mit langem Fesselbehang bleiben Feuchtigkeit und Schmutz häufig länger an der Haut haften, wodurch die tägliche Kontrolle erschwert werden kann.
Darüber hinaus kommen unter anderem Bakterien, Pilze, Milben, Kontaktreaktionen und andere dermatologische Ursachen infrage. Auch individuelle Faktoren wie Hautbeschaffenheit, Fellfarbe, Behang, Alter, Stoffwechselsituation und Haltungsbedingungen können eine Rolle spielen.
Eine pauschale Zuordnung zur Fütterung ist dagegen nicht möglich. Hautveränderungen beweisen weder einen Mineralstoffmangel noch eine Futtermittelunverträglichkeit. Ob eine Ration bedarfsgerecht zusammengestellt ist, sollte anhand des gesamten Futterplans und bei Bedarf mithilfe einer Rationsberechnung beurteilt werden.
Wie wird Mauke beim Pferd diagnostiziert?
Da unterschiedliche Ursachen sehr ähnliche Hautveränderungen hervorrufen können, ist eine fachliche Untersuchung bei ausgeprägten oder länger bestehenden Befunden besonders wichtig. Tierärztinnen und Tierärzte können das Hautbild beurteilen und andere Ursachen wie parasitäre, bakterielle, pilzbedingte oder kontaktbedingte Hautprobleme in Betracht ziehen.
Abhängig vom Befund können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Dazu gehören beispielsweise Hautgeschabsel, Abstriche, Proben aus betroffenen Hautbereichen oder weiterführende Laboranalysen. Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation des Pferdes ab.
Eine zeitnahe tierärztliche Abklärung empfiehlt sich insbesondere, wenn:
- die Hautveränderungen stark nässen oder bluten,
- sich deutliche Schwellungen entwickeln,
- das Pferd Schmerzen zeigt oder lahmt,
- die betroffenen Stellen größer werden,
- mehrere Beine betroffen sind,
- die Veränderungen wiederholt auftreten,
- ein starker Juckreiz besteht,
- Fieber oder ein veränderter Allgemeinzustand hinzukommen.
Futtermittel und Ergänzungsfuttermittel ersetzen weder die Diagnose noch eine erforderliche tierärztliche Behandlung. Verordnete Arzneimittel sollten ausschließlich entsprechend der tierärztlichen Anweisung angewendet werden.
Fesselbeugen sauber und trocken halten
Ein sorgfältiges Haltungs- und Pflegemanagement bildet eine wichtige Grundlage im Umgang mit beanspruchter Haut. Ziel ist es, vermeidbare Feuchtigkeit, Verschmutzungen und Reibung zu reduzieren, ohne die Haut durch übermäßiges Reinigen zusätzlich zu strapazieren.
Nach dem Aufenthalt auf matschigen Flächen sollte zunächst geprüft werden, ob der Schmutz nach dem Trocknen vorsichtig ausgebürstet werden kann. Häufiges Waschen ist nicht in jeder Situation notwendig. Muss die Fesselbeuge gereinigt werden, sollte dies möglichst schonend erfolgen. Anschließend ist gründliches Abtrocknen besonders wichtig.
Fest sitzende Krusten sollten nicht gewaltsam entfernt werden. Dadurch können kleine Verletzungen entstehen und die Haut kann zusätzlich gereizt werden. Bei stark verkrusteten, schmerzhaften oder offenen Bereichen sollte das weitere Vorgehen tierärztlich abgestimmt werden.
Auch Stall und Auslauf verdienen Aufmerksamkeit. Trockene Liegeflächen, regelmäßig gepflegte Einstreu und möglichst wenig dauerhaft tiefer Schlamm entlasten die Haut im Alltag. Gamaschen, Hufglocken und Bandagen sollten sauber, trocken und passend sein. Unter verschmutzter oder feuchter Ausrüstung kann sich ein für die Haut ungünstiges Mikroklima entwickeln.
Bedarfsgerechte Pferdefütterung für Haut und Fell
Eine ausgewogene Gesamtration versorgt das Pferd mit Energie, Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dabei kommt es nicht auf möglichst viele Ergänzungsprodukte an, sondern auf das passende Verhältnis aller Rationsbestandteile.
Die Grundlage der Pferdefütterung ist hygienisch einwandfreies Raufutter in einer zum Pferd passenden Menge. Hinzu kommen – abhängig von Haltung, Arbeitsleistung, Alter und Körperzustand – Mineralfutter, Kraftfutter oder weitere Ergänzungen. Für die Beurteilung einer Ration sollten auch Weidegras, Lecksteine, Mash, Kräutermischungen und regelmäßig gefütterte Snacks berücksichtigt werden.
Im Zusammenhang mit Haut und Fell werden häufig Nährstoffe wie Zink, Kupfer, Biotin, essenzielle Aminosäuren und Fettsäuren genannt. Ob eine zusätzliche Gabe sinnvoll ist, lässt sich jedoch nicht allein anhand des Hautbildes entscheiden. Ohne Kenntnis der Grundration kann eine Ergänzung zu einer unnötig hohen Gesamtzufuhr oder zu ungünstigen Nährstoffverhältnissen führen.
Ein geeignetes Mineralfutter sollte deshalb passend zum vorhandenen Raufutter, zum übrigen Futterplan und zum individuellen Bedarf ausgewählt werden. Bei längerfristigen Auffälligkeiten kann eine professionelle Rationsberatung helfen, Über- und Unterversorgungen im Futterplan zu erkennen.
Zink, Biotin und Omega-3 richtig auswählen
Ergänzungsfuttermittel für Pferde werden häufig mit Zink, Biotin, Kupfer, Schwefelverbindungen, Aminosäuren, Leinöl oder anderen Omega-3-Quellen angeboten. Solche Produkte können verwendet werden, um eine bestehende Ration gezielt um bestimmte Nährstoffe zu ergänzen. Sie sind jedoch keine Mittel zur Behandlung von Mauke.
Vor der Auswahl sollte geprüft werden, welche Mengen der jeweiligen Nährstoffe bereits über Heu, Weide, Kraftfutter und Mineralfutter aufgenommen werden. Besonders bei mehreren parallel gefütterten Produkten können sich die enthaltenen Mengen addieren. Mehr ist dabei nicht automatisch besser.
Achten Sie bei Ergänzungsfutter für Haut und Fell auf:
- eine vollständige und verständliche Deklaration,
- die empfohlene Tagesmenge für das Körpergewicht des Pferdes,
- die enthaltenen Spurenelementverbindungen,
- bereits vorhandene Mineral- und Vitaminquellen in der Ration,
- eine realistische Fütterungsdauer,
- die Eignung für die jeweilige Pferdekategorie,
- Hinweise zur Kombination mit anderen Futtermitteln.
Bei der gleichzeitigen Verwendung verschiedener Mineral- und Ergänzungsfuttermittel ist eine Rationsberechnung besonders sinnvoll. Bei Turnierpferden sollte zusätzlich geprüft werden, ob das Produkt mit den jeweils geltenden sportrechtlichen Bestimmungen vereinbar ist.
Alltagstipps zur Vorbeugung von Hautbelastungen
Nicht jede Hautveränderung lässt sich verhindern. Ein konsequentes Management kann jedoch dazu beitragen, unnötige Belastungen der Fesselbeuge zu vermeiden und Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken.
Kontrollieren Sie die Beine Ihres Pferdes regelmäßig mit den Händen und nicht nur aus der Entfernung. Kleine Schuppen, feuchte Stellen oder beginnende Krusten fallen im dichten Winterfell oder unter langem Behang leicht erst spät auf. Nach Ausritten, Training oder Weidegang sollten Gamaschen und Hufglocken abgenommen sowie Beine und Ausrüstung kontrolliert werden.
Hilfreiche Routinen sind:
- Fesselbeugen möglichst trocken halten,
- feuchte Einstreu regelmäßig entfernen,
- matschige Standbereiche nach Möglichkeit reduzieren,
- Gamaschen und Bandagen sauber und trocken verwenden,
- scheuernde Ausrüstung austauschen oder neu anpassen,
- Pflegeprodukte zunächst an einer kleinen Stelle testen,
- häufiges Shampoo-Waschen vermeiden,
- Veränderungen fotografisch dokumentieren,
- den Futterplan regelmäßig überprüfen,
- deutliche oder anhaltende Befunde fachlich abklären lassen.
Auch bei der Hautpflege gilt: Möglichst wenige, dafür sorgfältig ausgewählte Produkte sind häufig übersichtlicher als eine wechselnde Kombination zahlreicher Cremes, Sprays und Hausmittel. Ätherische Öle und stark reizende Substanzen sollten nicht unkritisch auf empfindliche oder offene Haut aufgetragen werden.
Pferdefutter bei Mauke online kaufen
Im Pferdefuttershop findest du eine vielseitige Auswahl an Futtermitteln, mit denen sich die tägliche Ration deines Pferdes bedarfsgerecht zusammenstellen und ergänzen lässt. Das Sortiment reicht von Mineralfutter und Ergänzungsfuttermitteln mit ausgewählten Spurenelementen über Produkte für Haut und Fell bis zu Ölen, Kräutermischungen und weiteren Futterkomponenten.
Nutze die Produktbeschreibungen, Deklarationen und Fütterungsempfehlungen, um Zusammensetzung, Nährstoffgehalte und vorgesehenen Einsatzbereich miteinander zu vergleichen. Achte dabei besonders darauf, welche Mengen an Zink, Kupfer, Biotin, Aminosäuren und Fettsäuren bereits über das Grundfutter, das Mineralfutter und weitere Ergänzungsprodukte aufgenommen werden.
Ein Ergänzungsfuttermittel sollte immer passend zur bestehenden Gesamtration ausgewählt werden. Mehrere Produkte mit ähnlichen Inhaltsstoffen sollten nicht unkontrolliert miteinander kombiniert werden, da sich die enthaltenen Nährstoffmengen addieren können. Bei Unsicherheiten kann eine fachliche Rationsberechnung dabei helfen, die Fütterung auf das jeweilige Pferd abzustimmen.
Neben einer ausgewogenen Fütterung sind trockene Fesselbeugen, saubere Einstreu, gepflegte Ausrüstung und eine regelmäßige Kontrolle der Pferdebeine wichtige Bestandteile des täglichen Managements. Futtermittel sind jedoch nicht zur Behandlung von Mauke bestimmt. Bei nässenden oder offenen Hautstellen, deutlichen Schwellungen, Schmerzen, Lahmheit oder wiederkehrenden Veränderungen ist eine tierärztliche Abklärung erforderlich.