Pferdefütterung und Entwurmung: Ration bewusst zusammenstellen
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Entwurmung und Pferdefütterung getrennt betrachten
Ein festgestellter Wurmbefall beim Pferd gehört in tierärztliche Hände. Die Diagnose, die Auswahl eines geeigneten Entwurmungsmittels und die Festlegung des Behandlungszeitpunkts sollten immer durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erfolgen. Futtermittel können Würmer weder beseitigen noch eine notwendige Entwurmung ersetzen.
Unabhängig davon kann es sinnvoll sein, die bisherige Fütterung des Pferdes zu überprüfen. Dabei stehen der aktuelle Ernährungszustand, die aufgenommene Futtermenge, die Raufutterqualität und der individuelle Energie- und Nährstoffbedarf im Mittelpunkt.
Im Pferdefuttershop findest du verschiedene Futtermittel, mit denen sich die tägliche Ration an die individuellen Anforderungen deines Pferdes anpassen lässt. Dazu gehören unter anderem Raufutteralternativen, strukturreiche Kraftfutter, Mash, Mineralfutter sowie ausgewählte Ergänzungsfuttermittel.
Die bestehende Ration sorgfältig überprüfen
Vor einer Umstellung sollte zunächst beurteilt werden, welche Futtermittel das Pferd aktuell erhält und welche Mengen tatsächlich aufgenommen werden. Besonders wichtig sind die tägliche Raufuttermenge, die Zusammensetzung des Kraftfutters und die zusätzliche Versorgung mit Mineralstoffen.
Auch der Körperzustand des Pferdes sollte regelmäßig kontrolliert werden. Eine Pferdewaage, ein Gewichtsmaßband oder der Body Condition Score können dabei helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Ration entsprechend anzupassen.
Zu einer vollständigen Beurteilung gehören außerdem Alter, Haltung, Bewegung, Arbeitsleistung und Fressverhalten. Bei deutlich sichtbaren Veränderungen, anhaltendem Gewichtsverlust, auffälliger Kotbeschaffenheit oder verminderter Futteraufnahme sollte immer tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Eine professionelle Rationsberechnung kann zusätzliche Sicherheit geben. Sie zeigt, ob die vorhandenen Futtermittel zusammenpassen und ob einzelne Nährstoffe ausreichend, zu knapp oder möglicherweise doppelt enthalten sind.
Raufutter als Grundlage der täglichen Fütterung
Hochwertiges Raufutter bildet die Basis einer pferdegerechten Ration. Heu liefert strukturreiche Pflanzenfasern, verlängert die Fresszeiten und beschäftigt das Pferd über einen möglichst großen Teil des Tages.
Die benötigte Raufuttermenge richtet sich nach dem Körpergewicht, dem Ernährungszustand und der individuellen Situation des Pferdes. Als Orientierung wird häufig eine tägliche Mindestmenge auf Basis des Körpergewichts berechnet. Die konkrete Menge sollte jedoch immer zur Gesamtration und zum jeweiligen Pferd passen.
Bei der Auswahl des Raufutters sind folgende Punkte wichtig:
- hygienisch einwandfreie Qualität
- keine sichtbaren Schimmelstellen
- möglichst geringe Staubbelastung
- gleichmäßige Struktur und Zusammensetzung
- sachgerechte und trockene Lagerung
- ausreichende Verteilung über den Tag
Kann ein Pferd langstieliges Heu nicht ausreichend aufnehmen, können eingeweichte Heucobs oder andere geeignete Raufutteralternativen verwendet werden. Diese sollten immer nach Herstellerangabe eingeweicht, dosiert und verfüttert werden.
Energie- und Proteinversorgung individuell abstimmen
Der Energiebedarf eines Pferdes hängt unter anderem von Körpergewicht, Alter, Haltung, Bewegung und Arbeitsleistung ab. Reicht die bisherige Ration nicht aus, sollte die Energiezufuhr kontrolliert und schrittweise angepasst werden.
Eine pauschale Erhöhung großer Kraftfuttermengen ist dabei nicht grundsätzlich die beste Lösung. Häufig ist es sinnvoller, zunächst die Raufutteraufnahme zu überprüfen und anschließend geeignete Futterkomponenten auszuwählen.
Mögliche Bestandteile einer individuell zusammengestellten Ration sind:
- Luzerneprodukte
- Esparsette
- eingeweichte Raufutterprodukte
- rohfaserreiche Kraftfutter
- ölhaltige Futterkomponenten
- Futtermittel mit ausgewiesenen Aminosäuren
Luzerne und Esparsette können beispielsweise als strukturreiche Bestandteile in die Fütterung integriert werden. Welche Menge geeignet ist, hängt von der restlichen Ration und vom Bedarf des Pferdes ab.
Auch Protein sollte bedarfsgerecht gefüttert werden. Eine besonders hohe Zufuhr ist nicht automatisch vorteilhaft. Entscheidend ist, dass Energie, Protein und die übrigen Nährstoffe in einem passenden Verhältnis angeboten werden.
Ergänzungsfutter anhand der Zusammensetzung auswählen
Ergänzungsfuttermittel können die tägliche Pferderation um bestimmte Futterkomponenten erweitern. Im Handel sind beispielsweise Produkte mit Bierhefe, Leinsaat, Faserstoffen, Kräutern, Pektinen oder zugelassenen Futtermittelzusatzstoffen erhältlich.
Bei der Auswahl sollte nicht nur auf Produktnamen oder Werbeaussagen geachtet werden. Aussagekräftiger sind die Zutatenliste, die analytischen Bestandteile, die Zusatzstoffe und die empfohlene Tagesmenge.
Wichtige Auswahlkriterien sind:
- transparente Deklaration
- nachvollziehbare Zusammensetzung
- geeignete Dosierung
- Abstimmung auf die übrige Ration
- Zucker- und Stärkegehalt
- Eignung für das jeweilige Pferd
Auch Kräutermischungen sollten nicht unüberlegt oder dauerhaft verfüttert werden. Einzelne Pflanzenbestandteile sind nicht für jedes Pferd geeignet und können bei gleichzeitiger Medikamentengabe oder im Turniersport relevant sein.
Ergänzungsfutter ist immer als Teil der Gesamtration zu betrachten. Es dient nicht der Bekämpfung eines Wurmbefalls und ersetzt keine tierärztlich empfohlene Maßnahme.
Mineralfutter passend zur Gesamtration einsetzen
Mineralfutter ergänzt die Grundration mit Mineralstoffen, Spurenelementen und je nach Produkt mit Vitaminen. Ob ein Mineralfutter notwendig ist und welches Produkt passt, hängt vor allem von der Qualität des Raufutters und den übrigen eingesetzten Futtermitteln ab.
Eine Heuanalyse kann zusätzliche Informationen zur Nährstoffzusammensetzung des Grundfutters liefern. In Kombination mit einer Rationsberechnung lässt sich die Mineralstoffversorgung genauer beurteilen.
Beim Kauf eines Mineralfutters solltest du auf folgende Punkte achten:
- vollständige Deklaration
- zur Ration passende Nährstoffgehalte
- geeignete Tagesdosierung
- bedarfsgerechter Zucker- und Stärkegehalt
- gute Akzeptanz
- praktische Fütterungsmenge
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn mehrere Mineral- und Ergänzungsfuttermittel gleichzeitig verwendet werden. Einzelne Nährstoffe wie Selen, Zink, Kupfer, Jod oder fettlösliche Vitamine können sonst mehrfach enthalten sein.
Mehr ist auch bei Mineralstoffen nicht automatisch besser. Deshalb sollten Dosierungsangaben eingehalten und verschiedene Produkte nicht ohne vorherige Prüfung miteinander kombiniert werden.
Mash und eingeweichte Futtermittel richtig zubereiten
Mash ist eine eingeweichte Futtermischung, deren Zusammensetzung je nach Hersteller und Produkt unterschiedlich ausfallen kann. Es kann beispielsweise Weizenkleie, Leinsaat, Getreideflocken, Rübenschnitzel, Kräuter oder strukturreiche Pflanzenfasern enthalten.
Durch die feuchte Zubereitung lässt sich Mash gut in viele Fütterungspläne integrieren. Es kann für Pferde interessant sein, die weiche Futtermittel bevorzugen oder deren tägliche Ration durch eine eingeweichte Mahlzeit ergänzt werden soll.
Bei der Produktauswahl sollten die Zutaten und analytischen Bestandteile genau geprüft werden. Für Pferde mit besonderen Anforderungen an die Zucker-, Stärke- oder Energiezufuhr stehen entsprechend zusammengesetzte Varianten zur Verfügung.
Auch Heucobs, Rübenschnitzel und andere quellfähige Futtermittel müssen sorgfältig zubereitet werden. Wichtig sind:
- Einweichzeit des Herstellers beachten
- ausreichend Wasser verwenden
- empfohlene Futtermenge einhalten
- frisch zubereitet verfüttern
- Reste zeitnah entfernen
- hygienische Futtergefäße verwenden
Unzureichend eingeweichte oder verdorbene Futtermittel dürfen nicht verfüttert werden. Die Angaben auf der Verpackung haben deshalb immer Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen.
Pferdefutter im Umfeld einer Entwurmung auswählen
Im Pferdefuttershop findest du verschiedene Produkte zur bedarfsgerechten Zusammenstellung der täglichen Pferderation. Dazu zählen hochwertiges Raufutter, Heucobs, Luzerne, Esparsette, Mash, Mineralfutter und ausgewählte Ergänzungsfuttermittel.
Je nach Pferd können bei der Auswahl unterschiedliche Kriterien eine Rolle spielen:
- strukturreiche und rohfaserbetonte Rezepturen
- getreidearme oder getreidefreie Zusammensetzungen
- niedrige Zucker- und Stärkegehalte
- eingeweicht verfütterbare Produkte
- transparente Deklarationen
- Futtermittel für ältere oder schwerfuttrige Pferde
- Produkte zur individuellen Ergänzung der Grundration
Die Parasitenkontrolle selbst sollte immer auf einem abgestimmten Konzept beruhen. Dazu können regelmäßige Kotuntersuchungen, eine zeitgemäße selektive Entwurmung, strategische Entwurmungsmaßnahmen und ein konsequentes Weidemanagement gehören.
Auch das regelmäßige Absammeln von Pferdeäpfeln, die kontrollierte Nutzung von Weideflächen und ein abgestimmtes Vorgehen innerhalb des gesamten Bestands sind wichtige Bestandteile des Parasitenmanagements.