Weihnachtsbäume für Pferde: ein leckerer Snack oder lieber nicht?
Nach Weihnachten stellt sich in vielen Ställen dieselbe Frage: Wohin mit dem ausgedienten Weihnachtsbaum? Gerade weil Pferde gern an Ästen und Zweigen knabbern, liegt der Gedanke nahe, den Baum einfach auf die Weide oder den Paddock zu legen.
Davon ist jedoch abzuraten. Weihnachtsbäume gehören nicht in den Pferdetrog und sollten auch nicht als Knabberbeschäftigung verfüttert werden.
Der Grund liegt nicht nur in den natürlichen Inhaltsstoffen von Tannen und anderen Nadelgehölzen. Auch Rückstände aus dem Anbau sowie übersehene Dekoration können problematisch sein. In diesem Ratgeber erfährst du, warum du Weihnachtsbäume besser nicht an Pferde verfütterst und welche Alternativen sich eher anbieten.
Inhaltsverzeichnis
- Dürfen Pferde Weihnachtsbäume fressen?
- Warum Tannen nicht zum Speiseplan des Pferdes gehören
- Rückstände aus Plantagen und Anbau beachten
- Gefahr durch Lametta, Draht und Weihnachtsdekoration
- Warum auch Adventskränze nicht verfüttert werden sollten
- Welche Alternativen gibt es zum Weihnachtsbaum?
- Fazit: Weihnachtsbäume gehören nicht auf die Pferdeweide
- Häufig gestellte Fragen
Dürfen Pferde Weihnachtsbäume fressen?
Die kurze Antwort lautet: Nein, Weihnachtsbäume sollten nicht an Pferde verfüttert werden.
Auch wenn ein Pferd neugierig an den Zweigen knabbert oder einzelne Nadeln frisst, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Weihnachtsbaum ein geeignetes Futtermittel ist.
Tannen gehören auch unter normalen Bedingungen nicht zum üblichen Speiseplan des Pferdes.
Ein ausgedienter Weihnachtsbaum sollte deshalb weder in die Box noch auf Paddock oder Weide gelegt werden.
Warum Tannen nicht zum Speiseplan des Pferdes gehören
Tannen enthalten natürlicherweise verschiedene Stoffe in ihren Ölen und Harzen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Terpentinöl
- Tannine beziehungsweise Gerbstoffe
- weitere natürliche Pflanzenstoffe
Diese Stoffe dienen dem Baum unter anderem als natürlicher Schutz.
Genau deshalb sollte ein Weihnachtsbaum nicht als Futter oder Beschäftigungsmaterial für Pferde genutzt werden.
Auch kleine Mengen machen den Weihnachtsbaum nicht zum Futtermittel
Pferde können mit kleineren Mengen verschiedener Pflanzenstoffe umgehen. Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, dass Weihnachtsbäume deshalb problemlos verfüttert werden können.
Gerade weil sich nicht kontrollieren lässt, wie viel ein Pferd tatsächlich von einem abgelegten Baum frisst, ist eine bewusste Verfütterung nicht sinnvoll.
Hinzu kommt: Bei einem Weihnachtsbaum lässt sich häufig nicht sicher nachvollziehen, woher er stammt und wie er während des Anbaus behandelt wurde.
Rückstände aus Plantagen und Anbau beachten
Viele Weihnachtsbäume stammen aus eigens dafür angelegten Plantagen.
Je nach Anbau können dort verschiedene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Solche möglichen Rückstände sind ein weiterer Grund, warum Weihnachtsbäume nicht als Pferdefutter betrachtet werden sollten.
Selbst wenn der Baum optisch frisch und unbehandelt aussieht, lässt sich für Pferdehalter häufig nicht zuverlässig beurteilen, welchen Mitteln er während Wachstum, Lagerung oder Transport ausgesetzt war.
Das gilt besonders für Bäume, die ursprünglich ausschließlich als Dekorationsprodukt verkauft wurden.
Gefahr durch Lametta, Draht und Weihnachtsdekoration
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dekoration.
Auch ein sorgfältig abgeschmückter Weihnachtsbaum kann noch kleine Reste enthalten.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Lametta
- Drahtklammern
- Aufhänger von Weihnachtskugeln
- kleine Glassplitter oder Glaskugeln
- sonstige Dekorationsreste
Gerade dünner Draht oder kleine Metallteile können zwischen Nadeln und Ästen leicht übersehen werden.
Deshalb gilt: Auch ein scheinbar vollständig abgeschmückter Weihnachtsbaum sollte nicht als Knabberbaum für Pferde verwendet werden.
Der Baum ist nach Weihnachten kein normales Futtermittel
Ein Weihnachtsbaum war während der Feiertage Teil der Wohnraumdekoration.
Er kann mit unterschiedlichsten Materialien und Gegenständen in Kontakt gekommen sein. Aus diesem Grund sollte er nach den Feiertagen ordnungsgemäß entsorgt und nicht in den Stall gebracht werden.
Warum auch Adventskränze nicht verfüttert werden sollten
Nicht nur Weihnachtsbäume gehören nicht zu den geeigneten Snacks für Pferde.
Auch Adventskränze sollten niemals verfüttert werden.
Hier besteht zusätzlich das Problem, dass Adventskränze aus verschiedenen Pflanzen zusammengestellt sein können.
Besonders wichtig: In Adventsdekoration kann sich Eibe befinden. Deshalb sollte ein Kranz unabhängig von seiner genauen Zusammensetzung grundsätzlich vom Pferd ferngehalten werden.
Hinzu kommen mögliche Reste von:
- Kerzenwachs
- Draht
- Kunststoff
- Schleifen und Bändern
- künstlicher Dekoration
Ein Adventskranz gehört deshalb nach Weihnachten in die Entsorgung und nicht auf die Pferdeweide.
Welche Alternativen gibt es zum Weihnachtsbaum?
Wenn du deinem Pferd gern Äste zum Knabbern anbieten möchtest, solltest du bewusst geeignete Baumarten auswählen.
Eine mögliche Alternative sind beispielsweise Birkenäste.
Wichtig ist, dass du dir bei der Baumart sicher bist und die Äste aus einer geeigneten, unbelasteten Quelle stammen.
Unbekannte Äste oder Gehölze sollten nicht auf Verdacht verfüttert werden.
Lieber ein klassisches Pferdeleckerli
Möchtest du deinem Pferd nach Weihnachten einfach eine kleine Freude machen, musst du dafür keinen Weihnachtsbaum verwenden.
Geeigneter sind beispielsweise:
- Pferdeleckerlis
- Hagebutten
- oder andere ausdrücklich für Pferde vorgesehene Snacks.
So kannst du deinem Pferd etwas Besonderes anbieten, ohne einen ehemaligen Dekorationsbaum zum Futtermittel umzufunktionieren.
Fazit: Weihnachtsbäume gehören nicht auf die Pferdeweide
Auch wenn die Idee zunächst nachhaltig und praktisch klingt: Ausgediente Weihnachtsbäume sollten nicht an Pferde verfüttert werden.
Tannen gehören nicht zum regulären Speiseplan des Pferdes. Zusätzlich können Weihnachtsbäume Rückstände aus dem Anbau sowie übersehene Teile von Weihnachtsdekoration enthalten.
Auch Adventskränze sind keine Alternative. Ihre Pflanzenzusammensetzung ist häufig nicht eindeutig und zusätzlich können Draht, Wachs oder weitere Dekorationsreste enthalten sein.
Wenn du deinem Pferd Äste anbieten möchtest, wähle gezielt eine geeignete Baumart wie beispielsweise Birke. Für eine kleine Belohnung nach den Feiertagen sind klassische Pferdeleckerlis oder Hagebutten die unkompliziertere Wahl.
Häufig gestellte Fragen
Dürfen Pferde Weihnachtsbäume fressen?
Nein. Weihnachtsbäume sollten nicht an Pferde verfüttert oder als Knabberbeschäftigung auf Paddock und Weide gelegt werden.
Warum dürfen Pferde keine Tannen fressen?
Tannen enthalten natürliche Stoffe in ihren Ölen und Harzen, darunter beispielsweise Terpentinöl und Tannine. Deshalb gehören sie nicht zum regulären Speiseplan des Pferdes.
Sind unbehandelte Weihnachtsbäume für Pferde geeignet?
Auch bei einem vermeintlich unbehandelten Weihnachtsbaum ist von einer Verfütterung abzuraten. Neben den natürlichen Inhaltsstoffen des Baumes können Herkunft und mögliche Rückstände häufig nicht zuverlässig nachvollzogen werden.
Was ist bei Weihnachtsdekoration am Baum problematisch?
Beim Abschmücken können kleine Teile wie Lametta, Drahtklammern, Kugelaufhänger oder Glassplitter übersehen werden. Auch deshalb sollte ein ausgedienter Weihnachtsbaum nicht zu den Pferden gelegt werden.
Dürfen Pferde Adventskränze fressen?
Nein. Adventskränze können unterschiedliche Pflanzen enthalten, darunter auch Eibe. Zusätzlich können Wachs, Draht und andere Dekorationsmaterialien vorhanden sein.
Welche Äste kann ich meinem Pferd stattdessen anbieten?
Wenn du Äste anbieten möchtest, können beispielsweise Birkenäste eine Alternative sein. Wichtig ist, dass die Baumart eindeutig bestimmt wurde und die Äste aus einer geeigneten Quelle stammen.
Was kann ich meinem Pferd nach Weihnachten stattdessen geben?
Als kleine Belohnung eignen sich eher ausdrücklich für Pferde vorgesehene Leckerlis oder beispielsweise Hagebutten.