Fellwechsel beim Pferd unterstützen: Begleite deinen Liebling durch jede Jahreszeit
Pferdehaare fliegen durch die Luft und kleben an deinem Pulli, dein treuer Vierbeiner wirkt müde und das Fell matt? Der zweimal jährliche Haarwechsel fordert den Pferdekörper massiv heraus. Aber du kannst dein Pferd beim Fellwechsel unterstützen. Eine angepasste Fütterung und die richtige Pflege helfen dem Organismus durch diese anstrengende Zeit und stärken das Wohlbefinden deines Schatzes. Erfahre in diesem Blogartikel, was du bei der Fütterung während des Haarwechsels beachten musst.
Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd und wie lange dauert er?
Viele Reiter fragen sich: Wann geht der Fellwechsel beim Pferd genau los? Die Natur hat dafür einen klaren Zeitplan. Der Wechsel des Haarkleides geschieht nicht zufällig. Er folgt festen biologischen Mustern.
Wie Hormone den Haarwechsel steuern
Entgegen der Annahme vieler, startet nicht die Außentemperatur den Haarwechsel. Das Tageslicht gibt den entscheidenden Impuls. Beim Pferd wird der Fellwechsel überwiegend durch die Tageslänge ausgelöst. Die Zirbeldrüse registriert die Lichtveränderung und über Melatonin sowie weitere hormonelle Signale wird der Fellwechsel angestoßen. Die Außentemperatur beeinflusst also eher den Verlauf als den eigentlichen Start des Haarwechsels.
Der Fellwechsel beim Pferd: Herbst vs. Frühjahr
Der Fellwechsel beim Pferd im Herbst unterscheidet sich stark von dem im Frühjahr. Im Herbst baut der Körper das dichte Winterfell auf, welches das Tier vor Kälte und Nässe schützt. Im Frühjahr wirft das Pferd diesen dicken Pelz wieder ab und verliert die wärmende Unterwolle. Die sensible Haut leistet in beiden Phasen echte Schwerstarbeit. Und wie lange dauert der Fellwechsel beim Pferd? Meist zieht sich der Prozess über acht bis zehn Wochen hin.
Verliert dein Pferd seine Haare erst viel später als die anderen Pferde im Stall, ist das kein Grund zur Sorge. Das kann verschiedenste Ursachen haben. Jedes Pferd startet zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt mit dem Fellwechsel. Außerdem spielen auch Rasse und die Felldicke eine Rolle.
Typische Symptome beim Fellwechsel
Dein Pferd wirkt beim Training auf einmal antriebslos? Das ist keine Seltenheit. Der Haarwechsel kostet dein Pferd viel Energie. Deshalb treten neben Müdigkeit häufig typische Symptome beim Fellwechsel auf:
- Stumpfes Fell ohne Glanz
- Plötzliche Schuppenbildung auf der Haut
- Starkes Schwitzen schon bei leichter Arbeit
- Verzögertes Abhaaren an Bauch und Beinen
- Erhöhte Anfälligkeit für kleine Infekte
- Juckreiz und Hautirritationen
Was tun bei kahlen Stellen beim Pferd?
Der Pelz juckt und spannt und dein Pferd scheuert sich vermehrt an Pfosten oder Bäumen. Dadurch entstehen manchmal kahle Stellen. Genau diese nackten Hautareale bieten Angriffsflächen für Keime. Ein lästiger Hautpilz nistet sich dann leicht ein. Auch ein bestehendes Sommerekzem flammt jetzt gerne wieder auf. Schütze die gereizte Haut deswegen gezielt vor weiteren Schäden. Eine angepasste Haut- und Fellpflege lindert den akuten Stress.
Gewichtsverlust und Muskelabbau
Viele Besitzer beobachten während des Fellwechsels einen Gewichtsverlust. Die Produktion der Haare benötigt Unmengen an wertvollen Proteinen. Wenn die tägliche Fütterung diese Bausteine nicht liefert, baut der Körper wertvolle Muskelmasse ab. Auch junge Sport- und Turnierpferde können davon betroffen sein. Achte daher penibel auf eine hochwertige Eiweißquelle im Trog. Proteinreiches Futter schützt die Muskulatur effektiv während der gesamten Fellwechselzeit.
Besondere Fürsorge für Senioren
Der Fellwechsel stellt bei einem alten Pferd eine besondere Herausforderung dar. Im Alter arbeitet der Stoffwechsel wie bei uns Menschen deutlich langsamer. Auch die Nährstoffaufnahme im Darm lässt nach. Das Fell fällt nur langsam aus. Der Körper baut sichtlich ab. Besonders deutlich siehst du das an der Oberlinie deines Pferdes. Der Widerrist tritt plötzlich scharf hervor. Der Rücken wirkt eingefallen. Auch die knöcherne Wirbelsäule zeichnet sich deutlich unter der Haut ab. Zudem schwinden die Fettreserven und machen die Rippen deines Seniors sichtbarer und spürbarer.
Wie kannst du Senioren beim Fellwechsel unterstützen? Reiche deinem Senior hochwertige Heu- oder Luzernecobs. Sie sind leicht zu kauen und liefern wichtige Raufasern sowie Proteine. Energiereiches Kraftfutter liefert verlässlich Kalorien.
Fütterung & Vitalstoffe: die effektivste Hilfe beim Fellwechsel deines Pferdes
Die beste Unterstützung beim Haarwechsel beginnt direkt im Futtertrog. Wenn du die Fütterung in dieser intensiven Phase gezielt anpasst, kannst du die anstrengende Zeit für deinen Vierbeiner erheblich erleichtern. Durch eine ausgewogene Ernährung, angepasst an den erhöhten Bedarf, läuft der Fellwechsel entspannter ab.
Essenzielle Spurenelemente für ein gesundes Fell
Für den Aufbau der neuen Haare benötigt der Pferdekörper eine Extraportion hochwertiger Mineralien. Vor allem bestimmte Spurenelemente spielen jetzt eine entscheidende Rolle, da sie direkt am Zellwachstum und an der Regeneration der Haut beteiligt sind.
Ganz vorne mit dabei ist Zink: Ein Mangel an diesem Element verzögert das Haarwachstum stark, macht die Haut anfällig und führt oft zu einem matten, stumpfen Erscheinungsbild. Aber auch Selen und Kupfer sind unverzichtbar, um von innen heraus zu stärken.
Vitamine und Bausteine für starkes Hufhorn
Da Pferdehaare zum Großteil aus Keratin bestehen, benötigt der Organismus in dieser Zeit reichlich essenzielle Aminosäuren. Schwefelhaltige Verbindungen wie Methylsulfonylmethan stärken die Festigkeit der nachwachsenden Haare.
Unterstützend wirkt hierbei auch Biotin, das nicht nur das Fell elastisch hält, sondern gleichzeitig für ein gesundes Hufhorn sorgt – denn Haar- und Hufqualität hängen eng zusammen. Kombiniert mit den Vitaminen E und C, die als starke Antioxidantien die Zellen vor Stress schützen, stabilisierst du die Hautbarriere deines Pferdes optimal gegen äußere Einflüsse.
Wertvolle Öle für glänzendes Fell
Öl ist in dieser kraftraubenden Phase ein wunderbarer Energielieferant, da es den stärkereichen Kraftfutteranteil im Trog reduziert und den Hautstoffwechsel direkt unterstützt. Doch welches Öl ist beim Fellwechsel des Pferdes am sinnvollsten?
Setze auf hochwertige Produkte mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Reines Leinöl oder frisch geschrotete Leinsamen sind reich an Alpha-Linolensäure und fördern einen herrlichen Glanz. Wenn dein Pferd zu sensibler Haut oder Juckreiz neigt, kann auch ein Schuss Schwarzkümmelöl dabei helfen, die Haut zu beruhigen.
Den Fellwechsel beim Pferd durch Kräuter unterstützen
Während des Haarwechsels fallen im Körper vermehrt Stoffwechsel-Abfallprodukte an, die zügig abtransportiert werden müssen. Hier kommen die körpereigenen Entgiftungsorgane ins Spiel: Leber und Nieren arbeiten in dieser Zeit auf Hochtouren, um das Blut rein zu halten. Mit Kräutermischungen kannst du diese wichtigen Filterorgane entlasten.
Die besten Leberkräuter für den Stoffwechsel
Als das zentrale Stoffwechselorgan des Pferdes freut sich die Leber über eine natürliche Stärkung durch bittere Kräuter. Die Mariendistel, insbesondere das Mariendistelkraut, pflegt das Gewebe und unterstützt die Regenerationsfähigkeit.
Perfekt ergänzt wird sie durch Löwenzahn, wobei du sowohl das Löwenzahnkraut als auch die gehaltvolle Löwenzahnwurzel nutzen kannst, um den Gallenfluss und die Entgiftung anzuregen. Weitere wertvolle Pflanzen wie Artischockenblätter, Schafgarbe und Weißdorn runden eine solche Entgiftungskur ideal ab und bringen den Stoffwechsel in Schwung.
Kräuter für die Niere
Während die Leber die Schadstoffe abbaut, sorgt die Niere dafür, dass sie sicher aus dem Organismus geschwemmt werden. Die Brennnessel ist hierbei ein echter Alleskönner: Getrocknete Brennnesselblätter oder das ganze Brennnesselkraut wirken sanft durchspülend und regen die Ausscheidung an.
Die Goldrute wird traditionell zur Unterstützung der körpereigenen Nierenfunktion geschätzt, während Ackerschachtelhalm reich an natürlicher Kieselsäure (Silicium) ist, was dem Haarwachstum direkt zugutekommt. Labkraut rundet die pflanzliche Nierenunterstützung harmonisch ab.
Kräutertees und -säfte als vierwöchige Kur
Damit die sekundären Pflanzenstoffe ihre volle Wirkung entfalten können, kommt es auf die richtige Zubereitung und Verabreichung an. Flüssige Auszüge wie Kräutersäfte oder ein fertiger Leber-Nierensaft werden von vielen Pferden gut im Trog akzeptiert und schonen den Magen-Darm-Trakt.
Wenn du dir bei der Zusammenstellung unsicher bist, hilft dir eine erfahrene Kräuterexpertin oder der Blick in bewährte Kräuterbücher. Wichtig ist vor allem die korrekte Portionierung und eine begrenzte Fütterungsdauer: Eine solche Kräuterkur sollte idealerweise über einen Zeitraum von etwa vier Wochen als wohltuende Intensivkur durchgeführt werden.
Ganzheitliche Unterstützung während der Fellwechselzeit
Fütterung, Haltung und Pflege müssen im Stallalltag Hand in Hand gehen. Neben der passenden Vitalstoffzufuhr im Trog solltest du deinem Pferd in dieser anstrengenden Zeit auch ausreichend Ruhe gönnen. Reduziere harten Trainingsstress und plane stattdessen ausgiebige Putzeinheiten ein. Das tägliche Striegeln entfernt nicht nur die juckende Unterwolle, sondern kurbelt durch die sanfte Massage auch die Durchblutung der Haut an. Gib deinem Liebling stets ausreichend Wasser, damit Stoffwechsel-Abfallprodukte durch die Niere abtransportiert werden können.
Warum Fellgesundheit auch Darmsache ist
Ein funktionierender Verdauungstrakt ist die Basis für ein glänzendes Fell, denn die Haut ist sprichwörtlich der Spiegel des Darms. Ist das sensible Darmmikrobiom durch den Stress des Fellwechsels erst einmal aus dem Gleichgewicht geraten, leidet auch die Nährstoffaufnahme. Eine gezielte Darmunterstützung nährt die nützlichen Bakterien und sorgt dafür, dass alle wichtigen Vitamine und Mineralien im Körper ankommen.
- Bierhefe und Biertreber: Das ist das absolute Superfood für die darmfreundlichen Bakterien. Bierhefe liefert hochkonzentrierte B-Vitamine und dient als Präbiotikum.
- Flohsamenschalen: Sie besitzen eine enorme Quellfähigkeit. Im Verdauungstrakt bilden sie ein stabiles Gel, das den Darm von innen heraus „putzt“.
- Getreidefreies Mash: Ein warmes, leicht verdauliches Mash ist in der Fellwechselzeit eine echte Wohltat. Achte darauf, dass es zuckerarm und getreidefrei ist. Hochwertige Varianten enthalten Leinsamen, Apfeltrester (reich an darmpflegendem Pektin) und beruhigende Kräuter.
Das Immunsystem stärken
Da der Organismus einen Großteil seiner täglichen Energie in die Produktion des neuen Haarkleides steckt, bleibt die Immunabwehr in dieser Zeit manchmal auf der Strecke. Um die körpereigene Abwehr deines Pferdes zu begleiten, kannst du sein Immunsystem in dieser Phase gezielt unterstützen. Pflanzen wie Gänseblümchen und Ginkgoblätter bringen deinen Vierbeiner sicher durch die wechselhafte Übergangszeit. Auch Vitamin C Präparate sind eine sinnvolle Nahrungsergänzung.
Fellwechselprobleme beim Pferd: Hufrehe, Cushing und Co. rechtzeitig erkennen
Wenn das dichte Winterfell auch im späten Frühjahr noch fast vollständig steht oder das Pferd ohne klaren Grund extrem schwitzt, solltest du hellhörig werden. Häufig stecken chronische Stoffwechselerkrankungen wie das Equine Cushing Syndrom (ECS) dahinter, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und im schlimmsten Fall eine schmerzhafte Hufrehe auslösen können.
In solchen Fällen sind spezielle Blutbilder durch den Tierarzt unerlässlich, um den Zustand von Leber und Nieren oder verdeckte Probleme rechtzeitig abzuklären. Zur Begleitung bei Stoffwechselthemen haben sich Seealgenmehl und Bockshornkleesaat bewährt. Bei Cushing unterstützen Weißdorn, Ginkgo, Birkenblätter, Mönchspfeffer, Hanfsamen und Brennnessel.
Mit der passenden Mineralstoffversorgung entspannt durch den Haarwechsel
Der halbjährliche Haarwechsel verlangt dem Pferdekörper Höchstleistungen ab. Doch mit dem richtigen Wissen, einer angepassten Fütterung und einem wachsamen Auge kannst du deinen Liebling optimal durch diese Phase begleiten. Das A und O bleibt eine hochwertige Mineralstoffversorgung. Vermeide unnötige Zusatzstoffe und halte dich stets an die individuelle Fütterungsempfehlung, damit dein Pferd vital, glücklich und mit glänzendem Fell in die neue Saison startet.
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